Kulturprojekt „Identität und Wohnen” in der Oberstufe

Kulturprojekttage in der Oberstufe zum Thema „Identität und Wohnen”
Von: Helga Scholtes

In der Projektwoche 2017 arbeiteten Schülerinnen und Schüler der HHG mit Begleitung und Unterstützung der Bühnenbildnerin und Modellbauerin Laura Wallrafen und mit der Kunstlehrerin Helga Scholtes zum Thema „Identität und Wohnen”.

AusstellungStand mit der Ausstellung der Schülerarbeiten zum Thema „Identität und Wohnen” (Ausschnitt)

Im Projekt „Identität und Wohnen” entwickelten Schüler und Schülerinnen der 11. und 12. Jahrgangsstufe zunächst vorbereitend gemeinsam mit der Kunstlehrerin Helga Scholtes Gedanken, Ideen und Modelle zu folgenden Fragestellungen:

  • „Wie wohne ich?”
  • „Wie möchte ich einmal wohnen?”
  • „Was gehört zum 'Wohnen' dazu?”
  • „Welche kulturellen Einflüsse sind mir eigen oder bekannt?”

Projektphase 1: Überlegungen zu Wohnen und IdentitätDokumentation der ersten Projektphase: Überlegungen zum Themenkomplex Wohnen und Identität

Zu Beginn der Arbeitsphase wurden die grundlegenden Fragestellungen schriftlich geklärt und in Kleingruppen erörtert. Nach den eher theoretischen Überlegungen konnten erste gestalterische Ideen in Skizzen festgehalten und besprochen werden.

Ausstellung Stand im ÜberblickAusstellungsstand im Überblick - links hängen einige Verschriftlichungen

Dann ging es an die plastische Umsetzung. Die Bühnenbildnerin und Modellbauerin Laura Wallrafen leitete die Schülerinnen und Schüler mit ihren Erfahrungen in der praktischen Bühnen- und Modellarbeit an und unterstütze die Gruppe. Das bereit gestellte Material – Architektur-Modellpappen und gesammelte Restmaterialien – kam dabei kreativ in phantasievoller und überraschender Weise zum Einsatz.

AusstellungAusstellung - Nahaufnahme Stand links

AusstellungAusstellung - Nahaufnahme Stand mitte

Am Ende des Projekts äußerten sich die Schüler und Schülerinnen sehr positiv über die kreative Arbeitsatmosphäre, dem Einsatz der ungewohnten Materialien und die gefundenen Ergebnisse. Auch die beiden Anleiterinnen Frau Wallrafen und Frau Scholtes waren vom Projektverlauf und den Resultaten mehr als überzeugt.

Ein Projekt, das es fortzusetzen oder zu wiederholen gilt!

AusstellungAusstellung - Nahaufnahme Stand rechts

 

Projektbeschreibung, Thesen- und Arbeitsblatt

Schulprojekt Modellbau zum Thema „Identität und Wohnen”
Heinrich-Heine-Gesamtschule 5. Juli - 7. Juli 2017

Wohnen, Heimat, sich zu Hause fühlen. Diese Themen betreffen jeden von uns auf eine ganz individuelle Art und Weise. Jeder wohnt irgendwie und irgendwo und das schon zu allen Zeiten der menschlichen Existenz. Die erste eigene Wohnung, das WG-Zimmer oder das Zimmer bei den Eltern, jeder Raum in dem gewohnt wird, wandelt sich durch den Bewohner, der sich diesen Raum aneignet. Der Lebensraum der uns umgibt, sei es im Kleinen und Intimen ein Zimmer oder das größere Umfeld wie die Stadt, das Land oder der Kontinent, hilft uns bei der Reise zu uns selbst. Unser Umfeld ist wie eine dritte Haut, in der wir uns im Durchschnitt die meiste Zeit unseres Lebens aufhalten. Der Raum um uns herum wird von uns erobert und wir eignen ihn uns an, indem wir ihm auf Dauer ein Gesicht verleihen. Dieses Gesicht spiegelt unsere Persönlichkeit wieder, und in ihm können wir uns immer wieder erkennen, indem wir uns mit unserem Wohnraum identifizieren.
Wohnen kann auch bedeuten, ein Schauspieler zu sein auf seiner eigenen Bühne. Die Größe der Bühne wird durch den Grundriss bestimmt, und so wie sich unser Leben verändert, wird auch das Bühnenbild immer ein anderes sein. Der Raum und sein Bewohner sind in einem stetig sich ändernden Prozess.

Raum und wohnen

Architektonisch betrachtet setzt sich der Raum aus der Länge, der Höhe und der Tiefe zusammen.

Die soziologische Definition des Raums ist die relationale (An-) Ordnung sozialer Güter und Menschen an Orten.

Wohnen bedeutet im Allgemeinen: einen Wohnsitz haben. Ein Ort an dem man verweilt, haust, bleibt, lebt, ruht etc.

Im Englischen bedeutet: ich wohne — I live, was wiederum übersetzt heißt: ich lebe.

Die Aneignung des Raumes bedeutet: die Wohnwelt zugunsten seiner Bedürfnisse und Vorlieben zu verändern. Identifiziert man sich mit einem Raum, wird dieser zu einem Teil der Persönlichkeit. Der Raum dient der Selbstdarstellung und wodurch das Wohnen wie ein Theater auf der privaten Bühne wird. Die Wohnung wird zur Bühne und der Bewohner zum Darsteller.

Formen des Wohnens

  • groß - klein
  • hell - dunkel
  • Stadt - Land
  • Beton - Natur
  • arm - reich
  • voll - leer
  • mit Garten - ohne Garten
  • Haus - Wohnung
  • ruhig - belebt
  • Aussicht - Blick in den Hof
  • zweigeschossig - eingeschossig

Projektbeschreibung, Thesen- und ArbeitsblattProjektbeschreibung, Thesen- und Arbeitsblatt

Alle Fotos: Helga Scholtes